meine Tochter mit Familiennamen Jonas, geb. 05.08.1981 in Leipzig

19. Februar 2008 | Von Katrin Behr | Kategorie: DDR-Säuglingstod-Leipzig

Datum: 13.02.2008
Chiffre: 200801-0014-ZK
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gesucht wird: Vorname unbekannt, Jonas (Familienname) geb. am 05.08.1981 in Leipzig

durch leibl. Mutter: Kerstin Höfer geb. Jonas am 24.09.1963 in Leipzig

Kommentar: Ich habe kurz vor  meinem 18. Lebensjahr ein kleines Mädchen entbunden. Die Schwangerschaft war in Ordnung und alles gesund, bis zu dem Tag wo meine Tochter geboren wurde. Meine Fruchtblase ist normal geplatzt und ich wurde durch meinem Vater ins KH gefahren. Ich bekam kurz vor der Geburt eine Narkose (nach dem mir aus unbekannten Gründen mein Becken geröngt wurde). Warum ich eine Narkose bekam weiß ich leider auch nicht, da ich auch keine operativen Eingriffe (keinen Kaiserschnitt) hatte. Als ich aus der Narkose erwachte, sagte man mir, dass ich ein totes mißgebildetes Mädchen geboren hätte. Ich musste ein Formular unterschreiben, wo ich nicht genau weiß was ich unterschrieben soll. Angeblich wurde da durch mein Kind zu med. Forschungszwecken freigegeben.

Ich bekam keine Geburtsurkunde, sondern nur eine Sterbeurkunde. In der Sterbeurkunde steht allerdings nur, dass es ein Mädchen (namenlos) gewesen sei und das sie um 7:55 verstorben sei. Meine Bitte, dass ich mein Mädchen einmal sehen will, wurde mir nicht gewährt.

Wie kann sie versterben, wo ich sie doch angblich tot geboren haben soll? Doch das ist nicht das Einzigste was merkwürdig ist. Ich bekam sogar damals die 1000 Ost-Mark Geburtsgeld, was man damals pro Kind erhielt, und das Babyjahr.

Ich glaube seit der Geburt meiner Tochter nicht daran, dass sie verstorben sein soll. Ihr Leichnam soll sogar in einem Grab von einem Erwachsenen mit liegen, so wurde es mir berichtet. Meine Krankenhaus-Akte war plötzlich nicht mehr auffindbar. All diese Dinge sind unglaublich.

Vor 3 Jahren erfuhr, dass ich mein verstorbener Vater, der als Fernverkehrsfahrer unterwegs war, auch für die Stasi arbeitete. Dies konnten wir anhand von BStU-Akten lesen, wo wir erkennen mussten, dass er selbst seine eigene Familie bespitzelte.

Kurz vor dem Tod meiner Mutter sagte sie mir noch etwas merkwürdiges: ” Mein Kind, wenn du wüßtest, was du nicht weißt. Doch eines Tages wirst du es erfahren”.

Copyright 19.02.2008 Katrin Behr

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