Katharina Ketzer geb. am 16.06.1971 in Stollberg / Erzgebirge
1. Februar 2010 | Von Katrin Behr | Kategorie: DDR-Säuglingstod-K.-M.-Stadt (Chemnitz)Datum: 08.12.2009
Chiffre: 200912-0003-PSD
gesucht wird leibl. Tochter: Katharina Ketzer geb. am 16.06.1971 in Stollberg / Erzgebirge
durch leibl. Mutter: Sonja Ketzer geb. Schreiter am 014.03.1950 in Thum / Erzgebirge
Kommentar:
Ich habe meine Tochter nach einer unkomplizierten Schwangerschaft (Ausweis für Schwangere liegt noch vor) am 16.06.1971 gegen 17:20 Uhr in der Klinik in Stollberg / Erzgebirge normal entbunden. Nach der Erstversorgung habe ich das Mädchen noch im Arm gehalten und es hat auch geschrien. Die Hebamme meinte, sie habe etwas vergessen. Sie ging mit meiner Tochter in ein anderes Zimmer. Nach einer gewissen Zeit kam sie zu mir zurück und meinte, dass mein Kind soeben verstorben sei. Ich war außer mir und wollte das Kind sehen, was mir verweigert wurde. Ich bekam Beruhigungsspritzen und wurde sofort abgestillt. Für mich war das alles nicht fassbar. Doch der Albtraum ging weiter: Im Buch der Familie wird nur eine Totgeburt eingetragen. Nicht einmal die Zeit der Geburt, wo das Mädchen doch geschrien hat, wird eingetragen. Mein Mann, der 3 Stunden später von der Arbeit in die Klinik kommt, bekommt das Kind ebenfalls nicht zu Gesicht. Eine Antwort darauf, wo das Kind hingebracht worden ist erhält er auch nicht. Wir bekommen nur zu hören, dass wir in unserem Alter ja noch genug Kinder bekommen könnten. Auf die Frage nach der Todesursache wird uns “Plazentainsuffizienz” genannt. Als ausgebildeter Krankenschwester kam mir das komisch vor, da wir gelernt hatten, dass in solchen Fällen in den ersten Monaten der Schwangerschaft eine Fehlgeburt erfolgt, ein Arzt an meiner Arbeits- und Ausbildungsstelle teilte mir ebenfalls mit, dass die Todesursache nicht stimmen könne, aber genauere Informationen haben wir nie erhalten. Als ich mein Kind beerdigen wollte wurde mir in meiner damaligen Gemeindeverwaltung gesagt, dass dort keine Dokumente auffindbar seien und das Kind sicherlich mit einem Erwachsenen in einem Sarg anonym beerdigt worden sei. Das war dann der nächste Schock für mich, da mir mitgeteilt wurde, dass ich ohnehin nichts belegen könnte, um mein Kind beerdigen zu können. Mich hat das Thema nie in Ruhe gelassen. In jedem Jahr am 16.06. denke ich an die Situation zurück.. Durch die Berichterstattung über das Thema Zwangsadoption und angebliche Totgeburten bin ich immer wieder auf das Thema gestoßen und möchte nun einen letzten Versuch unternehmen, um zu erfahren, ob meine Tochter vielleicht doch irgendwo lebt.