René Scheunemann geb. am 10.08.1969 in Berlin
19. Mai 2010 | Von Katrin Behr | Kategorie: DDR-Zwangsadoption-BerlinDatum: 18.05.2010
Chiffre: 201005-0014-PSD
gesucht wird: René Scheunemann geb. am 10.08.1969 in Berlin
durch leibl. Schwester: Daniela Lehmann geb. Scheunemann am 21.11.1967 in Berlin
Kommentar: Verdacht auf Zwangsadoption
Wir wissen, dass er kurzzeitig nach seiner Geburt im Kinderheim in Berlin-Baumschulenweg war. Unsere Mutter Regina Hannelore Renate Scheunemann wurde bereits während der Schwangerschaft psychisch bearbeitet, in dem Sinne: „Wie wollen sie das denn mit 2 Kindern und arbeiten gehen schaffen?” Irgendwann gab meine Mutter nach und so wurde abgesprochen, dass das Neugeborene gleich nach der Adoption weggenommen werden würde. Mein Bruder hatte aber einen anderen Plan, so dass er zu früh als Sturzgeburt zuhause auf die Welt kam. Dadurch hatte unsere Mutter die Möglichkeit, ihren kleinen Jungen in den Armen halten zu können. Dennoch musste meine Mutter später bei der damaligen Jugenhilfe erscheinen und dort wurde ein Übergabetermin abgesprochen, welcher dann auch eingehalten wurde. Der Grund: Die Adoptiveltern exitierten bereits während der Schwangerschaft.
Die Adoption erfolgte schon nach 4 Monaten, Anfang Dezember 1969 über Hoyerswerda. Mein Bruder erhielt einen zweiten Vornamen, den wir jedoch nicht wissen und lebte von da an in Hoyerswerda.
Obwohl mein Bruder mit 4 Monaten adoptiert wurde, bekam unsere Mutter über all die ganzen Jahre Briefe nach Hause, wo sie aufgefordert wurde, ihren Sohn René da oder dort hin zu bringen. Am merkwürdigsten war die Vorladung zur Verdienstmusterung.
Wie kann es sein, dass ein Kind adoptiert wurde und unsere Mutter dennoch Post bekam, (obwohl wir selbst einige Male umgezogen waren und unsere Anschrift jedes Mal anders war) als wenn René bei uns daheim leben würde?
Ich habe schon vieles probiert, um meinen Bruder zu finden. Doch immer wieder werden einem Steine in den Weg gelegt. Das Jugendamt in Hoyerswerda versuchte mir zu helfen. Leider brach das alles wieder ab, da die Adoptiveltern über meine Suche sehr erbost war. Ich verstehe das nicht, denn immerhin ist mein Bruder kein Kleinkind mehr, sondern ein erwachsener Mann von über 40 Jahren. Später kam die Mitteilung, dass mein Bruder keinen Kontakt zu uns haben will. Ob das stimmt, können wir leider aufgrund der Umstände nicht genau sagen. Ich verstehe nicht, wieso sich das Jugendamt an die A-Eltern wandte, statt sich an den Adoptierten zu wenden und ihn direkt zu fragen.
Ebenso versuchte ein Fernseh-Team mir bei der Suche zu helfen. Wir haben viele Monate eng zusammen gearbeitet und von heute auf morgen brach der Kontakt, ohne Angaben von Gründen, ab. Als ich den Redakteur direkt ansprach, bekam ich nur lapidare Ausreden.
All das vermittelt einem einen komischen Beigeschmack.