Ulli Marc Träger am 23.07. 1988 in Halle/Saale

28. Juli 2008 | Von | Kategorie: 02. gefunden: DDR-Zwangsadoption
Datum: 26.07.2008
Chiffre: 200807-0019-PSD
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gesucht leiblicher Sohn: Ulli Marc Träger am 23.07. 1988 in Halle/Saale

durch leibliche Mutter: Andrea Träger, geb. am 12.03.1969 in Halle /Saale

Kommentar:

Ich war 15 als ich meinen Sohn Franco entbunden hatte. Auf Grund familiärer Probleme kam ich ein Jugendwohnheim, wo ich über das WE immer meinen Sohn sehen durfte. Nach Abschluss der Lehre und mit Erreichung der Volljährigkeit 1987 bekam ich auch eine Wohnung. Nun war ein zusammenleben mit meinem Sohn möglich und dies wollte ich auch umsetzen, in dem ich erst einmal Zeit für ihn haben wollte und daher machten wir erst einmal Urlaub. Nach meinem Urlaub stand das Jugendamt plötzlich da und holte meinen Sohn ab. Ich wusste bis dato nicht, was da vorgegangen ist. Man warf man stattdessen kurze Zeit später Asozialität vor. Franco musste dadurch in ein Übergangswohnheim und ist anschließend zu seinem Vater (damals ebenfalls 18/19 Jahre !!!! alt) gekommen, wo er auch aufgewachsen ist. Warum der Kindesvater mit seinem jungen Lebensalter das Sorgerecht bekommen hatte, weiß ich bis heute nicht, zumal er auch nicht verheiratet war. Wegen Franco sein verändertes Erziehungsrecht bin ich nicht einmal gefragt worden und ich hatte diesem auch nicht zugestimmt. Kontakt zu Sohn Franco besteht seit 14 Jahren.

Ein Jahr später wurde mein Sohn geboren, sein Name war Ulli-Marc Träger. Am 09.06.1988 wurde ich zu einer Freiheitsstrafe (wegen Diebstahl an sozialistischen Eigentum =>Rosenkohl vom Feld geklaut) zu 6 Monaten verurteilt. Laut Schreiben vom Referat Jugendhilfe Halle/Saale (dieses hatte ich am 23.03. 1990 angeschrieben, um über den Verbleib meines Sohnes zu erfahren, da ich Ihn zu mir holen wollte) habe ich folgendes erfahren: Mir wurde mit dem Urteil vom 07.04.1989 (rechtskräftig seit 11.05.89) das Erziehungsrecht entzogen und die Vormundschaft angeordnet. lt. Schreiben hätte ich damals eine Vorladung zu dieser Verhandlung bekommen, wäre aber nicht erschienen. Also wurde es in meiner Abwesenheit gemacht. Weiter heißt es in diesen Schreiben das mein Sohn Ulli in eine fremde Familie kam, diese hat dann zunächst die Vormundschaft bekommen und am 03.01.1990 wurde er von dieser Familie adoptiert. Mir wurde dies dann wohl am 17.02. 1990 an meine alte Adresse in Halle-Neustadt zugestellt. Zu diesen Zeitpunkt war ich schon gar nicht mehr in der DDR sondern in Kempten/ Allgäu.
In der Zeit vom 04.07.1989 bis zum 03.01.1990 saß ich in der Strafvollzugseinrichtung in Leipzig (Unterlagen darüber sind vorhanden). Das heißt die Adoption wurde auf den Tag gelegt, wo ich aus der Haft entlassen wurde. Ist schon etwas verwunderlich.

Es gibt noch 3 jüngere Jungs, die durch die Wende bei mir aufwachsen durften.

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Nachtrag 08.11.2012
Heute meldete sich der Gesuchte bei mir via Mail. Der Kontakt ist mittlerweile vorhanden.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Liebe.

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