Martin König, geb. am 06.01.1984 in Rüdersdorf

29. August 2008 | Von | Kategorie: DDR-Adoption-Frankfurt (Oder)
Datum 28.08.2008
Chiffre: 200808-0017-ZK
E-Mail Chiffre

gesucht wird leibl. Sohn: Martin König, geb. am 06.01.1984 und Robert König, geb. am 03.03.1989 (beide in Rüdersdorf)

durch leibl. Mutter: Sabine Geleschus, geb. König am 24.07.1962 in Rüdersdorf

Kommentar: Ich war 17 als ich mich mit einer Frau geprügelt habe, da sie sehr stark meine Familie beleidigt hatte. Die Verhandlungen wurden allerdings so lange verschoben bis ich 18 wurde. Dort wurde ich dann zu einem Jahr Haft verurteilt. Meine Eltern haben über einen Anwalt frühzeitige Entlassung beantragt. Diese wurde genehmigt, so dass mir 2 Monate erspart blieben. Dafür bekam ich aber ca. 2,5 Jahre Bewährung, dazu musste ich mich mtl. einmal bei der Abteilung Inneres melden, sowie eine Sperre für Berlin (d.h. Kreis Fürstenwalde durfte ich nicht verlassen). Die haben sich das immer so gedreht wie sie es brauchten.

Ich habe die Bewährungsauflagen selbstverständlich nicht eingehalten und damit hatte ich die Rückfahrtskarte gebucht. In der U-Haft wurde dann festgestellt, dass ich schwanger bin. Dann war ich noch eine Weile dort und etwas später wurde ich bis zur Entbindung frei gelassen. Mein Sohn wurde mir gleich nach der Geburt weggenommen und nach den 6 Wöchnerinnenwochen musste ich die Haft fortsetzen. Dann war ich 1 Jahr und 3 Monate in Haft. Meine Mutti wollte Martin während meiner Haftzeit aufnehmen, aber dies wurde ihr mit fadenscheinigen Ausreden verwehrt (sie ist Diabetikerin). Im nach hinein haben wir heraus bekommen, dass mein Sohn schon lange „gebucht“ war. Dies habe ich durch eine Schwester im KH erfahren, da die neuen Eltern nämlich schon im KH waren und meinen Sohn besuchten. Mir wurde damals aber gesagt, dass der Junge ins Säuglingsheim in Bad Saarow gekommen wäre. Ich bekam auch keine Auskünfte mehr, da ein Aussagenverbot ausgehängt wurde, zwecks Sorgerechtsverfahren.

Durch den Staat wurde mir das Sorgerecht aberkannt. Ich wurde weder zu einer Verhandlung eingeladen, noch sonstiges. In der Haft bekam ich dann nur die Mitteilung, dass mir das Sorgerecht aberkannt wurde. Selbst das Bild von Steffen, es war das Einzigste was ich von ihm hatte, wurde mir in der Haft weggenommen und ich bekam es auch nie wieder. Auch habe ich eine Geburtsurkunde von meinem Sohn erhalten.

Nach der Haftentlassung musste ich mich einmal in der Woche immer bei ABV (Polizei) melden. Ich durfte nach 22 Uhr keinen Besuch mehr bei mir empfangen. Ansonsten hätte ich meinen Besuch immer anmelden müssen. Ob dies genehmigt wird, lag natürlich immer im Auge des ABV-ers bzw. wie ich mich in seinem Sinne verhielt.
All diese Spielchen spielte ich aber nach kurzer Zeit nicht mehr mit.
Ich lernte dann einen neuen Mann kennen, wohnte auch mit ihm zusammen. Er selbst arbeitete in Berlin. Ich selber habe meine Ausbildung in der Haft gemacht und konnte trotzdem nicht in meinem erlernten Beruf arbeiten, sondern musste die Arbeit nehmen, die man mir vorgab. Da mein Freund sehr gut verdiente, ging ich nicht mehr auf diese ungeliebte Arbeit. Das war dann Grund genug für die Behörden in der DDR mich mit dem Gummi-Paragraphen 249 StGB der DDR zu verurteilen. Man schreckte nicht einmal davor zurück, meine vorhandene Beziehung als Prostitution zu sehen. Dank der Aussagen meines Freundes und meines Vaters wurde aber die Vorwurf zurück beim Gericht gezogen. Leider wurde ich dennoch zu 1 Jahr Haft verurteilt.
In der U-Haft stellte man erneut eine Schwangerschaft fest, so dass ich wieder bis der nach der Entbindung erst einmal wieder frei gelassen wurde. Gleiche Situation, gleiches Spiel. Nach der Geburt wurde mir wieder mein Junge weggenommen. Der Vater unseres Sohnes wollte den Jungen zu sich nehmen, aber dies wurde ihm verwehrt, da wir nicht verheiratet waren. Somit wurde mir auch mein 2. Junge durch die Behörden der DDR aberkannt und zur Adoption frei gegeben. Der einzigste Unterschied war, dass ich dieses Mal zur Verhandlung (Herbst 1989) gebracht wurde. Durch die Wende kam die Amnestie und ich somit wieder frei. Doch meinen Sohn habe ich verloren.

Beide Jungen sollen nach Bad Saarow gekommen sein, wo ein oder beide Elternteile Lehrer sein sollen. Die Kinder sollen angeblich wissen, dass sie adoptiert sind und man soll ihnen Lügen aufgetischt haben, dass ich sie angeblich vernachlässigt hätte. Alleine der Umstand, dass meine Kinder mir gleich nach der Geburt weggenommen worden sind, schließt doch schon aus, dass die Kinder jemals bei mir waren und somit eine Vernachlässigung totaler Quatsch sind.

Bei Behörden kam ich leider bisher nicht weiter.

Siehe auch Suche nach anderem Sohn Robert König.

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