Yvonne Gläser, geb. am 30.08.1977 in Hagenow

17. Oktober 2008 | Von | Kategorie: DDR-Adoption-Schwerin
Datum 08.10.2008
Chiffre: 200810-0005/1-PSD
E-Mail Chiffre

gesucht leibl. Tochter: Yvonne Gläser, geb. am 30.08.1977 in Hagenow

durch leibl. Mutter: Gabriele Blönningen, damals verh. Gläser, geb. am 02.11.1957 in Schwerin

Kommentar. Mein erster Mann hat laut Angaben der Kindergärtnerin angeblich meine Tochter Yvonne unsittlich berührt und wurde ohne Beweise verurteilt. Auf Grund dessen habe ich mich sofort scheiden lassen, weil mir das von den Behörden ans Herz gelegt wurde und ich habe ihn auch nie wieder gesehen oder etwas von ihm gehört. Ich lebte zu dem damaligen Zeitpunkt auf einem Dorf, wo jeder „bescheid“ wusste. Die Situation war damals für mich unerträglich und aus Scham ging ich auch dort nicht mehr zur Arbeit. Daraufhin traten die Behörden auf mich zu und „verhörten“ mich zusammen mit 6 Personen. Dort hat man mich bearbeitet und fragte mich immer wieder, wie ich das alleine schaffen will, die Kinder zu erziehen. Auch wurde ich wegen der o.g. Sache angesprochen. Doch leider ich dazu gar keine Angaben machen, da ich mir meinem gesch. Mann das auch nicht vorstellen konnte. Man  verwies mich dann darauf, dass ich doch zur Arbeit gehen MUSS und ich erwiderte darauf, dass ich dies nicht tue, weil alle im Dorf mit den Fingern auch mich zeigen würden. Man sagte mir dann, dass wenn ich nicht arbeiten gehen würde, dass ich dann in diesem Staat und für diese Leute als asozial gelten würden und dies ausreicht, um mir die Kinder wegnehmen zu können. Darauf erwiderte ich spontan und ohne über die Folgen meiner Aussage nachzudenken, da ich dies nicht so meinte wie ich es gesagt hatte. Meine Aussage war: “ Wenn ihr das macht, dann bringe ich mich und die Kinder um.“ Ich konnte so schnell sehen, wie meine Kinder aus dem Haushalt heraus geholt wurden und in ein Heim gesteckt wurden. Dies passierte alles noch, während des Gespräches mit diesen 6 o.g. Personen. Alles passierte hinter meinem Rücken.

Nach dem Gespräch wurde mir gesagt, um mich zu beruhigen, dass ich meine Kinder in dem Heim besuchen dürfte und das ich meine Kinder wieder bekommen würde, wenn ich mir eine neue Arbeit besorge. Dies tat ich natürlich, denn ich wollte ja meine Kinder so schnell wie möglich wieder zurück haben. Ich bekam eine Anstellung im Gaststätte „Weißen Elefanten“ in Schwerin als Reinigungskraft. Ich versprach Yvonne, dass ich bei ihrem Geburtstag vorbei komme und das bald wieder mit mir nach Hause fahren können. Was ich zu dem damaligen Zeitpunkt nicht wusste, ist, dass mir der Chef (Stasi-Angehöriger) mir bewusst keinen Urlaubstag dafür geben wollte. Dies bekam ich heraus, als ich zufälliger Weise ein Gespräch von ihm mit der Frau vom Jugendamt belauschte. Ich war sehr verwundert, dass dieser Mann wusste, dass meine Kinder in einem Heim wären. Er verweigerte strikt diesen freien Tag. Meine Tochter wird wohl damals bis heute gedacht haben, dass ich sie vergessen bzw. belogen hätte. Das stimmt aber alles nicht.

Nachdem ich nun wusste, dass mein damaliger Chef mir das verweigert, brach für mich eine Welt zusammen und ich betäubte diesen unendlichen Schmerz mit Alkohol und Tabletten. So zugedröhnt fuhr ich dann zum JA und sagte der Frau, die ich in die Augen geschaut habe: „Frau P. warum gerade meine Kinder?“ Sie meinte nur, dass ich doch noch genug neue Kinder bekommen kann. Außerdem erfuhr ich, dass sie gar nicht mehr im Heim waren sondern schon bei einem Gaststätten-Ehepaar. Auf dem besagten Tag, wo ich eigentlich gar nicht mehr voll meiner geistigen Kräfte war, auf Grund des Alkohols, wollte ich die Adoptionsfreigabe unterschreiben und mir das Leben nehmen, denn ich keinen Sinn mehr darin weiter zu machen, wenn man mir mein Liebstes genommen hat und das waren meine beiden Mädchen. Ich wollte meinen Kindern nicht zumuten, dass sie wie ich 18 Jahre in einem Heim aufwachsen müssen und daher kam es von meiner Seite zu dieser Freigabe meine Mädels. Normaler Weise wäre meine Unterschrift gar nicht rechtens gewesen.
Aber die Frau vom JA stand damals auf und nahm meine Hand und führte diese zu der besagten Unterschrift. Es kam dann irgendwann zu einer Gerichtsverhandlung, wo das Sorgerecht aberkannt wurde.

All die Jahre kam ich nie darüber hinweg, dass man mir unter solchen Mitteln und Methoden meine Mädchen mir nahm. Selbst die angegebenen Gründe, die zur Heim.

Ich habe immer wieder versucht den Kontakt zu meinen Töchtern aufzunehmen. Nach der Wende ging ich erneut zum JA und erfragte dort, ob man mir weiterhelfen kann. Das Einzigste was ich zu hören bekam, war, dass sie den Kindern all die Lügengeschichten zuschicken wollten und das dann die Kinder selbst entscheiden könnten.

Mir ist es wichtig, dass die beiden Mädchen die wahre Geschichte erfahren und nicht weiterhin diesen Lügengeflecht als Wahrheit anerkennen.

Liebe Yvonne und liebe Silvia, bitte meldet euch, wenn ihr das hier lest. Ich, eure 3 Brüder und eure Schwester vermissen euch sehr. Wir wollen euch endlich kennen lernen!!! Es ist keine Absicht von uns vorhanden, euch aus dem vertrauten Heim heraus zu nehmen oder euch dem zu entfremden. Wenn eure neuen Eltern sich gut um euch gekümmert haben, dann werde ich das immer dankbar zur Kenntnis nehmen. Während der DDR-Zeit durften eure Halbgeschwister bei mir aufwachsen, auch wenn das JA mich immer wieder auf dem Kicker hatte. Vielleicht werdet eines Tages die Geschichte verstehen und erkennen, dass ich euch nie freiwillig frei gab. Aber zu DDR-Zeiten hatte ich keine Chance und zu West-Zeiten saßen die alten von damals immer noch dort. Eure Mutti, die euch ewig im Herzen trägt und euch nie vergessen wird, egal wie ihr euch entscheiden sollten.

Siehe auch Silvia Gläser

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