Daniela Krüger (Stein) geb. am 04.03.1976 in Cottbus

7. Februar 2009 | Von | Kategorie: 03. gefunden: DDR- allg. Suche
Datum: 23.01.2009
Chiffre: 200901-0014-ZK
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gesucht wird leibl. Schwester: Daniela Krüger (Stein) geb. am 04.03.1976 in Cottbus

durch leibl. Schwester: Dajan Krüger geb. am 05.08.1984 in Cottbus

Kommentar: Verdacht auf Zwangsadoption, wegen mysteriösen Unfall

Sie war damals 5 Jahre alt, hatte braunes dunkles Haar und blaue Augen. Als es geschah, war sie kurz vor dem 6. Geburtstag.

Das merkwürdige an der ganzen Sache sind folgende Dinge. Bei uns daheim fiel aus unerklärlichen Gründen ein Ziegelstein herunter und verfehlte sie knapp. 2 Tage (am 08.02.1982) später wurde meine Schwester von einem Taxi angefahren. Meine Schwester hatte äußerlich keine Verletzungen, weder Schrammen noch Blut waren zu sehen. Sie lag nur ohnmächtig auf der Straße.

Danach kam der Krankenwagen und die Polizei. Komischer Weise sagte der Polizist, dass sie vor 2 Tagen ja Glück hatte mit dem Ziegelstein. Woher wusste er das??? Meine Schwester wurde in das Krankenhaus in Cottbus gebracht. Meine Mutti fuhr dann gleich ins Krankenhaus und von da an durfte sie ihr Kind nicht mehr sehen. 2 Tage (am 10.02.1982) soll sie verstorben sein. Warum durfte meine Mutti ihre Tochter nicht sehen oder an ihrem Krankenbett sein?
Durch telefonische Benachrichtigungen vom Krankenhaus hieß es zuerst, dass der Zustand sich nicht verschlechtert, aber auch nicht verbessert hat. Am 09.02. hieß es sogar, dass sich nun ihr Zustand verbessert hat.

Die Beerdigung wurde durch den Staat bestimmt. Sie durfte keine Urne machen, sondern musste eine Erdbestattung machen. Zu dem Zeitpunkt war meine Schwester 1,20 groß und Kindersärge wohl genauso. Man erklärte uns aber, dass ein Sarg immer 10 cm länger sein sollte, weil sich wohl angeblich noch eine Leiche strecken würde.

Daniela durfte auch nicht noch einmal im Sarg angeschaut werden.

3 Wochen nach der Beerdigung kam ein Angestellter der Staatsicherheit, ein Herr Lehmann mit Ausweis eines Wirtschaftskriminalisten zu meiner Mutti nach Hause und verwarnte sie, dass sie aufhören soll, weiter zu recherchieren. Kurz danach kam auch der Taxifahrer zu Hause uns nach Hause und legte meinen Eltern 100 Westmark auf den Tisch. Die Annahme des Geldes verweigerten meine Eltern natürlich. Dieser Mann wurde nie wegen dem Unfall bestraft. Nach der Wende erfuhren wir, dass er auch für die Stasi gearbeitet hatte.

Da meine Mutti auf Grund der Drohungen Angst hatte, beendete sie die Sucherei.

2007 sind wir zu dem Krankenhaus gefahren, um die Akte einzusehen. Wir hatten dabei einen Arzt, der sich an den Fall erinnern konnte. Dort erfuhren wir, dass die linke Körperhälfte kaputt gewesen sein soll und die linke Niere gespendet wurde. Der Arzt hielt auch immer so seine Hände über die Akte, so dass wir nie richtig rein sehen konnten. Als wir bei der Akteneinsicht auf die Stasi zu sprechen kam, blockte er plötzlich alles ab und beendete das Gespräch. Er meinte auch, dass sie tot sei und wir nicht weiter suchen sollen.

Wir wollten diese Akte in Kopie haben, doch dazu sollten wir zusätzlich einen Antrag stellen. Aus emotionalen Gründen haben wir das aber bis heute nicht getan. Doch uns lässt das hier alles keine Ruhe.

Was noch merkwürdig ist, ist folgender Punkt. Meine Mutti bekam 1982 eine Akte nach Hause geschickt, wo der Autopsiebericht drin war. Dort allerdings drin, dass meine Schwester weder angefahren, noch überfahren wurde.

Meine Oma hatte sich beim letzten Abschied von meiner Schwester ganz komisch verabschiedet, was sie sonst nie machte und 2 Tage später war meine Schwester tot. Nach der Wende erfuhr meine Mutti auch, dass ihr damaliger Mann ein Mitläufer der Stasi war. Der Schwager meiner Mutti war auch ein Fernfahrer der regelmäßig in den Westen fuhr.

Zufälle?

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Nachtrag 04.05.2009

Leider wurde durch Dritte bestätigt, dass Daniela tatsächlich verstorben ist. Wir wünschen der Familie dennoch alles Liebe und viel Kraft, um vergangenes verarbeiten zu können.

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